Employer Branding 2025: Was Fachkräfte wirklich wollen – und was Unternehmen daraus lernen müssen
Personalberater.de Redaktion

Was wollen Fachkräfte 2025 wirklich? Der Universum Survey zeigt: Loyalität sinkt, Wechselbereitschaft steigt. Fakten und Handlungsempfehlungen für Personalverantwortliche.
25 Arbeitgeber nimmt ein Berufstätiger in Deutschland im Jahr 2025 durchschnittlich in Betracht, wenn er über einen Jobwechsel nachdenkt. 2024 waren es noch 17. Das ist kein Rauschen im Datenmaterial, sondern ein struktureller Bruch. Der Universum Top-Employer Survey 2025 liefert dafür belastbare Zahlen – und Personalverantwortliche tun gut daran, sie ernst zu nehmen.
Die Erhebung zeigt: Wechselbereitschaft ist keine Randerscheinung mehr. Rund 39 Prozent der Befragten geben an, bald den Arbeitgeber wechseln zu wollen. Besonders unter IT-Fachkräften und jüngeren Jahrgängen – den 18- bis 29-Jährigen – ist diese Zahl noch höher. Wer Employer Branding als Pflichtübung betrachtet, wird diesen Wandel nicht auffangen.
Loyalität schwindet – branchenübergreifend
Die Daten zur Langzeitbindung sind eindeutig. Der Anteil der Fachkräfte, die planen, vier oder mehr Jahre bei einem Arbeitgeber zu bleiben, ist in allen untersuchten Berufsfeldern eingebrochen. Im Bereich Business sank dieser Wert von 15 auf 6 Prozent, bei Ingenieurwissenschaften von 19 auf 9 Prozent, in den Naturwissenschaften von 20 auf 9 Prozent.
Diese Entwicklung trifft Unternehmen in einem ohnehin angespannten Arbeitsmarkt. Fachkräfte, die kürzer bleiben, müssen häufiger ersetzt werden. Rekrutierungskosten steigen. Wissenstransfer leidet. Für Personalberater und Recruiting-Dienstleister bedeutet das: Der Bedarf an professioneller Unterstützung bei der Gewinnung und Bindung von Talenten wächst messbar.
„Wer heute nicht aktiv in seine Arbeitgeberattraktivität investiert, verliert morgen die Kandidaten, die er übermorgen dringend braucht."
Remote Work bleibt – aber mit Maß
Flexible Arbeitsmodelle sind kein Nice-to-have mehr. 32 Prozent der Befragten würden ihren Arbeitgeber wechseln, wenn keine Möglichkeit zu Remote-Arbeit besteht. Im internationalen Vergleich ist Deutschland dabei besonders sensibel: In Dänemark liegen vergleichbare Wechselbereitschaftswerte bei 16 Prozent, in den Niederlanden bei 25 Prozent.
Gleichzeitig zeigen die Daten eine Gegenbewegung: Das Interesse an mehr als zwei Remote-Tagen pro Woche sinkt. Zwei Tage werden von 30 Prozent als ideal angegeben – dahinter steckt keine Nostalgie für das Büro, sondern ein pragmatisches Signal. Unternehmen, die vollständige Präsenzpflicht durchsetzen, riskieren Abwanderung. Unternehmen, die volle Remote-Freiheit versprechen, treffen ebenfalls nicht den Nerv der Mehrheit.








