Mehr als Gehalt: Was deutsche Fachkräfte 2025 wirklich von Arbeitgebern erwarten
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Personalberater.de Redaktion
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Deutsche Fachkräfte erwarten 2025 mehr als Gehalt: Respekt, klare Karrierewege und KI-Kompetenz entscheiden die Arbeitgeberwahl. Trends für Personalberatende.
Deutsche Fachkräfte wählen 2025 aus einem deutlich größeren Kreis an Arbeitgebern aus als noch vor zwei Jahren. Im Schnitt geben Berufstätige an, dass sie sich vorstellen könnten, für 25 verschiedene Unternehmen zu arbeiten. 2023 waren es nur 18. Das zeigt die aktuelle Studie „Market & Industry Outlook Germany Professionals 2025" des Beratungsunternehmens Universum.
Für die Studie befragte Universum mehrere tausend Berufstätige in Deutschland über alle Studienfächer, Altersgruppen und Branchen hinweg. Die Erhebung erfasst seit 2019 jährlich, welche Arbeitgeber als besonders attraktiv gelten, welche Gehälter erwartet werden und über welche Kanäle sich Bewerbende informieren. 2025 flossen zusätzlich Fragen zur Wahrnehmung von künstlicher Intelligenz am Arbeitsplatz in die Befragung ein, was einen direkten Vergleich zu den Vorjahren ermöglicht.
Auch die Rangliste der attraktivsten Branchen gerät in Bewegung. Im Bereich Business etwa verbesserte sich der öffentliche Sektor zwischen 2019 und 2025 spürbar, während klassische Branchen wie Banking oder Versicherungen an Boden verloren. Ähnliche Verschiebungen zeigen sich in den Feldern IT und Engineering, wo Luft- und Raumfahrt sowie Automotive an Zuspruch gewinnen.
Gehalt steigt deutlich, verliert aber an Alleinstellung
Die durchschnittliche Gehaltserwartung von Berufstätigen in Deutschland ist von 2024 auf 2025 um 23 Prozent gestiegen und liegt inzwischen bei rund 6.000 Euro brutto im Monat. Bei männlichen Befragten fiel der Zuwachs mit 25 Prozent stärker aus als bei weiblichen mit 18 Prozent. Auffällig ist zudem der Blick auf die Altersgruppen: Berufstätige zwischen 40 und 55 Jahren erwarten 15 Prozent mehr Gehalt als im Vorjahr, während die Erwartungen der 18- bis 23-Jährigen nahezu unverändert blieben.
Trotz dieser Sprünge verliert die Vergütung an Bedeutung als alleiniges Entscheidungskriterium. In der Rangliste der wichtigsten Arbeitgebermerkmale rutschte die wettbewerbsfähige Vergütung von Platz eins im Jahr 2024 auf Platz zwei ab. An die Spitze rückte 2025 stattdessen der gegenüber den eigenen Mitarbeitenden, den 64 Prozent der Befragten als zentral einstufen, deutlich vor Themen wie Weiterbildung oder Arbeitsplatzsicherheit.
Respekt
Besonders stark wuchsen die Gehaltserwartungen in Studienfeldern, die bislang eher unterdurchschnittlich vergütet wurden. Absolvierende der Rechtswissenschaften kalkulieren 2025 mit 33 Prozent höheren Einstiegsgehältern als im Vorjahr, im Bereich Geisteswissenschaften liegt der Zuwachs bei 31 Prozent. Zum Vergleich: In den traditionell bestbezahlten Feldern Business und Engineering fielen die Zuwächse mit 21 beziehungsweise 19 Prozent moderater aus.
Karrierewege werden zum neuen Erwartungswert
Neu unter den zehn wichtigsten Kriterien ist 2025 der Wunsch nach klarenKarrierewegen. 36 Prozent der Befragten nennen Aufstiegschancen inzwischen als entscheidendes Kriterium bei der Arbeitgeberwahl, in der IT-Branche liegt dieser Wert sogar bei 39 Prozent. Damit gewinnt ein Thema an Gewicht, das in den Vorjahren noch deutlich weiter unten in der Rangliste stand.
Wo Bewerbende heute wirklich hinschauen
Die Studie zeigt außerdem, über welche Kanäle sich Berufstätige über potenzielle Arbeitgeber informieren. Die drei meistgenutzten Quellen sind Familie und Freunde mit 60 Prozent, die Unternehmenswebsite mit 55 Prozent und soziale Medien ebenfalls mit 53 Prozent. Klassische Kanäle wie Jobmessen oder Arbeitgeber-Bewertungsplattformen erreichen dagegen nur einen Bruchteil dieser Reichweite.
Die Kanalnutzung unterscheidet sich deutlich nach Alter. Unter 18- bis 23-Jährigen sind soziale Medien mit 63 Prozent nahezu gleichauf mit Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld, während Berufstätige ab 56 Jahren mit 65 Prozent am stärksten auf die Unternehmenswebsite selbst vertrauen.
KI als neuer Prüfstein für Arbeitgeberattraktivität
Ein weiteres Ergebnis betrifft den Umgang mit künstlicher Intelligenz. 45 Prozent der Befragten im Business Field bewerten die Aussicht, für einen Arbeitgeber zu arbeiten, der KI in den Arbeitsalltag integriert, positiv, weitere 23 Prozent bezeichnen sich als optimistisch. Gleichzeitig geben davon 49 Prozent an, bislang keine eigenen KI-Kompetenzen für die berufliche Zukunft aufgebaut zu haben, in der Gesundheitsbranche sind es sogar 70 Prozent, in der IT-Branche dagegen nur 36 Prozent.
Zusammengefasst zeigt die Studie drei zentrale Verschiebungen: Gehalt bleibt wichtig, ist aber nicht mehr das alleinige Argument, Respekt und klare Karrierewege rücken in den Vordergrund, und der Umgang mit KI wird zum neuen Differenzierungsmerkmal zwischen Arbeitgebern. Für Personalberatende heißt das konkret: Wer Gespräche und Stellenprofile weiterhin nur auf Gehalt und Benefits ausrichtet, spricht an dem vorbei, was Bewerbende heute tatsächlich entscheidet. Stattdessen lohnt es sich, gezielt nach Entwicklungsperspektiven, Unternehmenskultur und dem Stand der KI-Kompetenzen zu fragen, sowohl bei Bewerbenden als auch bei den Auftraggebern selbst.
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Karrierewege, Unternehmenskultur und KI-Kompetenz entscheiden heute mehr über die Arbeitgeberwahl als reines Gehalt. Personalberatende, die diese Themen aktiv in ihre Mandate einbauen, sichern sich einen klaren Vorsprung im Wettbewerb um Top-Talente. Auf Personalberater.de finden Sie die passenden Expertinnen und Experten sowie weitere praxisnahe Einblicke rund um moderne Kandidatengespräche.
Quellen: Universum „Market & Industry Outlook Germany Professionals 2025"