Mythos "faule Deutsche"? Was hinter den Arbeitszeit-Vergleichen steckt und was sie für das Recruiting bedeuten
Personalberater.de Redaktion

Sind die Deutschen wirklich arbeitsfaul? Eine neue Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), über die Personalwirtschaft.de ausführlich berichtet, zeigt: Die tatsächliche Arbeitszeit in Deutschland liegt im internationalen Vergleich deutlich unter dem Durchschnitt. Doch wie aussagekräftig sind diese Zahlen wirklich und welche Konsequenzen ergeben sich daraus für Personalberater, HR-Abteilungen und den Arbeitsmarkt insgesamt?
Deutsche Arbeitszeit im internationalen Vergleich
Laut der IW-Analyse lag die durchschnittliche jährliche Arbeitszeit deutscher Erwerbstätiger zuletzt bei nur 1.341 Stunden und damit weniger als in fast allen anderen OECD-Ländern. Zum Vergleich: In Polen oder Tschechien sind es rund 400 Stunden mehr pro Jahr. Der Bericht zeigt außerdem: Der Rückgang der Arbeitszeit in Deutschland ist langfristig und strukturell bedingt und kein neues Phänomen.
Was steckt hinter den Zahlen?
Wichtig ist, die Zahlen kontextualisiert zu betrachten, denn es handelt sich um Durchschnittswerte über alle Erwerbstätigen hinweg. Das heißt:
- Teilzeitbeschäftigung: Deutschland hat eine sehr hohe Teilzeitquote, besonders bei Frauen.
- Urlaubs- und Feiertage: Die Zahl der bezahlten Urlaubstage liegt in Deutschland deutlich über dem OECD-Schnitt.
- Produktivität: Trotz weniger Stunden gehört Deutschland zu den Ländern mit der höchsten Arbeitsproduktivität pro Stunde.
Fazit: Weniger Arbeitszeit bedeutet nicht automatisch weniger Leistung. Ein entscheidender Punkt, den auch Unternehmen im Recruiting nicht übersehen sollten.
Auswirkungen auf Recruiting und Personalberatung
1. Arbeitszeitmodelle als Wettbewerbsfaktor
Personalberater beobachten, dass sich immer mehr Fachkräfte bewusst für flexiblere Modelle entscheiden, auch wenn das eine geringere Gesamtarbeitszeit bedeutet. Unternehmen, die sich darauf nicht einstellen, verlieren im „War for Talents“.







