Wenn die Guten gehen: Recruiting-Trends 2026 für Personalberater
Personalberater.de Redaktion

Der Talent Outlook 2026 zeigt, warum Fachkräfte trotz stabiler Jobs kündigen und wie Personalberater Regrettable Resignations frühzeitig erkennen.
Fast jeder zweite Tech-Professional in den USA will innerhalb der kommenden ein bis zwei Jahre den Arbeitgeber wechseln. In Europa sind es 43 Prozent aller Fachkräfte, die sich einen Wechsel innerhalb von zwölf Monaten vorstellen können. Diese Zahlen stammen aus dem aktuellen Talent Outlook 2026 der Personalmarketing-Beratung Universum. Sie zeichnen ein unbequemes Bild für den Arbeitsmarkt: Nicht die Unzufriedenen mit schwacher Leistung verlassen ihre Arbeitgeber zuerst, sondern häufig die Leistungsträger, die anderswo Optionen haben.
Vom Vertrauensbruch zur Vertrauensfrage
Globale Spannungen, Handelskonflikte, der Vormarsch von KI und politische Unsicherheit prägen laut Universum das Arbeitsumfeld für 2026. Die Beratung fasst diese Gemengelage unter dem Kürzel BANI zusammen: brüchig, ängstlich, nichtlinear und schwer greifbar. Führung soll darauf mit Klarheit, Verständnis und Handlungsfähigkeit antworten.
Der Edelman Trust Barometer, den Universum in seiner Analyse zitiert, liefert dazu einen aufschlussreichen Befund. Das Vertrauen in nationale Regierungen und internationale Medien ist in den vergangenen fünf Jahren spürbar gesunken. Gestiegen ist dagegen das Vertrauen in das direkte Umfeld: Nachbarn, Familie und vor allem Kolleginnen und Kollegen sowie die eigene Unternehmensführung. Für die Personalberatung bedeutet das: Glaubwürdigkeit entsteht nicht mehr über große Kampagnen, sondern über das, was Mitarbeitende im Alltag erleben und weitererzählen.
Regrettable Resignations: Wenn Leistungsträger zuerst gehen
Universum nennt das Phänomen Regrettable Resignation, also den Weggang genau jener Personen, die ein Unternehmen eigentlich halten wollte. Die Gründe dafür sind erstaunlich konstant. Wer über einen Wechsel innerhalb eines Jahres nachdenkt, nennt am häufigsten eine wettbewerbsfähige Vergütung, gefolgt von Karrierechancen und Weiterbildung. Der Unterschied zu Personen, die vier Jahre bleiben wollen, liegt bei genau diesen Punkten am größten.
Auch die Branchenlage bleibt uneinheitlich. Laut dem Manpower Global Net Employment Outlook für das erste Quartal 2026 planen 16 Prozent der Arbeitgeber weltweit Stellenabbau, während ebenfalls 16 Prozent aufstocken wollen. Am stärksten verbessert hat sich die Einstellungsbereitschaft im öffentlichen Sektor sowie im Gesundheits- und Sozialwesen.








